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FRANKFURT (ots) - Weltosteoporosetag 2010 im Zeichen des Wirbelbruchs

Posted by Jürgen (jbäuml) on Oct 25 2010 at 03:57
Gesundheit / Medizin >>

FRANKFURT (ots) - Weltosteoporosetag 2010 im Zeichen des Wirbelbruchs

Alle drei Minuten bricht ein Wirbel

Checkliste vorgestellt: 20 Fragen geben Aufschluss über eigene Risikofaktoren

Frankfurt (ots) - In Deutschland leben derzeit 1,8 Millionen mit Wirbelfrakturen, die im Extremfall zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule und gebeugter Haltung, dem so genannten "Witwenbuckel", führen können. Und so stellt die International Osteoporosis Foundation IOF den heutigen Weltosteoporosetag unter das Motto "Beug Dich nicht der Osteoporose - Beachte die ersten Anzeichen!". Pünktlich zu diesem Anlass haben medizinische Experten und der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose BfO die erste Wirbelbruch-Checkliste in deutscher Sprache entwickelt. Diese klärt über verbreitete Irrtümer zum Volksleiden und seine vermeidbaren Folgen auf: "Die Checkliste soll Patienten darin unterstützen, sich und dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen, damit Brüche in Zukunft häufiger erkannt und richtig behandelt werden", erklärt Professor Thomas Blattert, Chefarzt der Fachklinik Schwarzach für Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule, Mitentwickler der Checkliste.

Checkliste bereitet optimal auf den Arztbesuch vor

Um auf Patientenseite das Bewusstsein für das eigene Wirbelbruchrisiko zu schärfen, soll die Checkliste erste Aufschlüsse zur eigenen Gefährdung geben. Wer sein Risiko prüfen will wird darin neben persönlichen Gesundheitsdaten gezielt nach Anzeichen und Ausprägung einer möglichen Osteoporose bzw. den damit einhergehenden Wirbelkörperbrüchen gefragt. Dies hilft dem Patienten, seinen Gesundheitszustand einzuschätzen und ermöglicht dem Arzt eine schnellere und genauere Diagnose. Vor allem hilft die Liste Betroffenen, erste Symptome frühzeitig richtig zu deuten. Denn die Warnzeichen des Körpers lassen sich gezielter wahrnehmen, wenn man bewußt in sich hineinhorcht. Erhältlich ist die Checkliste auf der Internetseite www.initiative-jetzt-gerade.de.

Gute Behandlungsmöglichkeiten bei rechtzeitiger Erkennung

Zu Wirbelkörperfrakturen kommt es in den meisten Fällen durch alltägliche Belastungen wie Bücken, Heben oder rasches Drehen, nur in einem Viertel der Fälle sind Stürze involviert. Die als Bandscheibenleiden und Hexenschuss verkannten Brüche haben oftmals einen verheerenden Einfluss auf die Lebensqualität durch chronische Schmerzen oder eine Rückgratverkrümmung. "Die Checkliste soll deutlich machen, dass eine schnelle Abklärung der Beschwerden notwendig ist, damit Patienten eine echte Wahl zwischen den unterschiedlichen Therapieformen haben", so Orthopäde und Chirurg Professor Blattert. Als konservative Verfahren haben sich, vor allem in den ersten Wochen nach dem Bruch, Physiotherapie, die Anwendung schmerzlindernder Medikamente und das Tragen von Miedern bewährt. Bei anhaltendem Schmerz können verschiedene operative Verfahren in Betracht gezogen werden, zum Beispiel die Ballon-Kyphoplastie. Daneben ist die Behandlung der Grunderkrankung Osteoporose durch ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, Vermeidung von Untergewicht und Nikotin, Training der Muskelkraft und gegebenenfalls durch spezielle Osteoporose-Medikamente unbedingt erforderlich. Die "jungen Alten" - Folgen des demographischen Wandels Die Häufigkeit von Osteoporose und ihrer Komplikationen wird durch den demographischen Wandel weiterhin drastisch zunehmen. Auch sind ältere Menschen heute wesentlich aktiver und haben Anspruch auf optimale Behandlung, die ihnen Lebensqualität bis ins hohe Alter ermöglicht. Die körperlichen Einschränkungen durch einen Wirbelbruch sind nicht naturgegeben. "Ab 70 sind wir alle hoch gefährdet, aber es ist nie zu spät, etwas zu tun. Mit der Initiative möchten wir dieser "stillen Krankheit" eine Stimme geben und Betroffenen frühzeitig helfen", kommentierte die bekannte TV-Ärztin Dr. Antje-Katrin Kühnemann, Schirmherrin der Initiative, die Aktion zum Welt-Osteoporose-Tag.

Osteoporose ist ein unsichtbarer Gegner

Die "Epidemie des 21. Jahrhunderts" Osteoporose ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine der zehn sozioökonomisch bedeutendsten Erkrankungen der Menschheit. Sie ist ein stummer und unsichtbarer Gegner und erfordert von den 7,8 Millionen Betroffenen in Deutschland vor allem eines: den aufmerksamen und bedachten Umgang mit sich und seinem Körper. Jede 2. Frau über 50 und jeder 5. Mann über 60 ist somit auch akut wirbelbruchgefährdet. Doch wer lernt, in sich hineinzuhorchen, kann die Warnzeichen des Körpers gezielter wahrnehmen - auch die des Wirbelbruchs. Ausgelöst durch alltägliche Belastungen geschieht er fast so häufig wie ein Herzinfarkt: Fast alle drei Minuten bricht in Deutschland ein Wirbel, etwa zwei Drittel dieser Brüche werden weder diagnostiziert noch behandelt.

Wer die Initiative unterstützen möchte, kann sich im Rahmen der Aktion als "Wirbelbotschafter" registrieren lassen und damit im eigenen Umfeld über die Erkrankung aufklären, die Arbeit der Initiative unterstützen und weitere Botschafter für die Aktion gewinnen. Unter www.initiative-jetzt-gerade.de finden Interessierte ein Anmeldeformular und können dort oder unter der Telefonnummer 069-33 00 89-37 ihr Expertenpaket bestellen. Weiterhin finden sie dort umfassende Informationsmaterialien zu frühzeitiger Diagnose, Tipps zu Prävention sowie Therapie des vermeidbaren Leidens - und selbstverständlich die Checkliste.

 

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