Köln (ots/ws) – Europaweiter, illegaler Arzneimittelhandel zerschlagen |
| Posted by Jürgen (jbäuml) on Mar 11 2010 at 21:47 |
Köln (ots/ws) – Europaweiter, illegaler Arzneimittelhandel zerschlagen
Staatsanwaltschaft und Polizei geben bekannt:
Die Polizei Köln hat gestern (10. März) nach umfangreichen Ermittlungen Haftbefehle gegen drei Männer (27, 37, 39) vollstreckt, die im Verdacht stehen, illegal einen europaweiten Handel mit Dopingmitteln betrieben zu haben. Ein vierter mit Haftbefehl Gesuchter stellte sich am heute Mittag (11. März) in Begleitung seines Anwaltes auf der Kriminalwache. Ferner wurden elf Objekte in Köln, Düsseldorf und anderen Städten durchsucht. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen cirka 20 Personen. Hauptsächlich handelt es sich um eine deutsch/türkische Tätergruppierung mit engen Bindungen zur Türsteher- und Rotlichtszene.
Das Verfahren richtete sich zunächst gegen einen der Haupttäter (39) wegen Handels bzw. illegaler Einfuhr nicht geringer Mengen Marihuana. Der 39-Jährige, der zwischen 30 und 50 Kilo Marihuana eingeführt haben soll, steht auch im Verdacht, sich der räuberischen Erpressung strafbar gemacht zu haben.
Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 39-Jährige mit seinen beiden Mittätern einen florierenden Schwarzmarkt mit Dopingmitteln im In- und Ausland bediente. Dabei fungierte er im Wesentlichen als Geldgeber, während der 27-Jährige, der sich selbst als den "größten Anabolikahändler Deutschlands" bezeichnete, und der 37-Jährige als Händler auftraten.
Die Tatverdächtigen gingen hochprofessionell vor. Zur Verschleierung der Bezugs- und Vertriebswege gründeten sie Firmen im In- und Ausland. Zur Scheinlegalisierung des Pharmahandels fälschten sie die erforderlichen Dokumente. Ihre Identität versuchten sie durch die missbräuchliche Nutzung real existierender Namen zu verbergen. So ausgerüstet, kauften sie bei Herstellern und Großhändlern in Spanien die Mittel ein. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um ein Fertigarzneimittel mit dem Inhaltsstoff "Stanozolol", dass in Deutschland der Verschreibungspflicht unterliegt und nach dem Arzneimittelgesetz zu den Dopingmitteln zählt.
Bereits an Heiligabend 2009 konnten aufgrund verdeckt geführter Maßnahmen in den Abendstunden unter Beteiligung des Bundeskriminalamtes (BKA) im französischen Perthus durch die dortigen Polizei und Zollbehörden fast 240 Kilo der verschreibungspflichtigen Substanz sichergestellt werden; mit 7.380 Packungen á drei Ampullen eine der größten Sicherstellung derartiger Dopingmittel der letzten Jahre in Frankreich. Die Lieferung war von einem Fahrer der Organisation im spanischen Alicante abgeholt worden und sollte auf direktem Weg an Abnehmer in Ungarn ausgeliefert werden.Am 4. März 2010 stellten, nach Einschalten der spanischen Guardia Civil und des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden, Beamte des Zollfahndungsamtes Essen in Köln bei einer unbeteiligten Speditionsfirma eine erneute Lieferung sicher. Diesmal handelte es sich um 6.000 Packungen á 3 Ampullen, insgesamt cirka 190 kg. Der Großteil des in der Bodybuilderszene eingesetzten Mittels war wiederum für Ungarn bestimmt. Bei den potenziellen Abnehmern handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen um ehemals in Köln wohnhafte Personen, die dem Kölner Rotlichtmilieu angehörten.
Bei den gestrigen Durchsuchungen fanden die Beamten der Ermittlungskommission "Tetra" umfangreiches Beweismaterial. Dazu gehörten Unterlagen über die Vertriebswege, aber auch weitere Arzneimittel, wie 1.000 Einheiten eines für den indischen Markt bestimmten Potenzmittels.
Unabhängig von diesem Verfahren ist der 27-Jährige, der über pharmazeutische Kenntnisse verfügt, bereits wegen des Handels mit großen Mengen Dopingmittel beim Amtsgericht Köln ang Back
