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OBERHESSEN (ksk) - Faszination Fotografie

Posted by Jürgen (jbäuml) on Mar 22 2011 at 13:04
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OBERHESSEN (ksk) - Faszination Fotografie

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Fotowettbewerb der Sparkasse Oberhessen: „Menschlich Oberhessen“. Ein Profi-Fotograf verrät, worauf es bei einem guten Bild ankommt

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – sicher eine für viele Menschen vertraute Redewendung. Besonders die künstlerische Fotografie bringt die Eigenschaften der unbewegten Darstellung zum Vorschein. Bilder halten Momente fest. Sie können Emotionen auslösen und lassen dem Betrachter Raum für seine Interpretationen. Bis zum 31. Mai 2011 läuft der Fotowettbewerb der Sparkasse Oberhessen „Menschlich Oberhessen“. Die Bilder, die im Rahmen dieses Wettbewerbs entstehen, werden im Sparkassen-Bildkalender 2012 veröffentlicht. Auf was es bei einem guten Bild ankommt, berichtet Profi-Fotograf Günter Hamich.

Herr Hamich, was fasziniert Sie an der Fotografie?

Ganz generell der Facettenreichtum, das Spiel mit Formen und Strukturen und die Tatsache, dass die heutige digitale Fotografie schnell ein überprüfbares Ergebnis liefert, das die Chance zur Korrektur bietet. Fotografie ist auch das Spiel mit Licht. Sie bietet viel Freiraum und schafft Spaß und Freude.

Welche Art von Fotografie betreiben Sie?

Ich habe mich auf die Bereiche Reise-, Bühnen- und Theaterfotografie spezialisiert.

Was sagen Sie zum aktuellen Fotowettbewerb „Menschlich Oberhessen“?

Ein sehr interessanter Wettbewerb. Für die Teilnehmer aber auch eine große Herausforderung, denn die Fotos müssen ganz bewusst gemacht werden. An der Stelle entfernt sich das Thema vom „reinen Schnappschuss“, da die gezeigten Personen intensiv in das Motiv, das die Verbindung zu Oberhessen schafft, einbezogen werden sollten.

Welche Motive halten Sie für geeignet?

Im Grunde alle Motive, bei denen der Mensch in Verbindung zur Region Oberhessen gebracht wird. Nur dann wird auch das Thema erfüllt, das ist das Schöne und gleichzeitig Schwierige dabei: Die Vielfalt an Motiven jedoch ist quasi unendlich.

Was ist für Sie ein gutes Bild?

Ein gutes Bild fängt das Auge des Betrachters ein und fesselt es – im positiven Sinne. Wenn es zum Nachdenken anregt und der Betrachter sich mit dem Motiv auseinandersetzt, dann macht das für mich ein gutes Bild aus.

Ist es einfach, ein gutes Foto zu machen?

Ja und Nein. Bei den sogenannten Schnappschüssen kann es einfach sein. Das liegt natürlich in der Natur der Sache, denn das Bemerkenswerte entsteht in dem Fall nur durch die Spontanität und die wiederum ist oft nur bei einem Schnappschuss vorhanden. Wenn sie ein Bild ganz bewusst gestalten, also alle Bereiche des Motivs in ihren Gedanken anordnen und dann gezielt den Auslöser drücken, ist es etwas schwieriger, ein gutes Bild zu machen, kann aber wesentlich mehr Spass machen als das bloße „Draufhalten“ aufs Motiv.

Worauf sollten Hobbyfotografen achten – in Bezug auf die Motivauswahl?

Das Motiv sollte eine Geschichte erzählen. Egal ob der Fotograf dabei selbst eine bewegende Erinnerung hat oder ihn das Motiv einfach nur berührt oder anspricht – wenn diese Emotion sich auf den Betrachter überträgt, hat der Fotograf vieles richtig gemacht. Er sollte wissen, was er aussagen möchte und darauf achten, sich selbst als aktiv agierenden Fotografen zu sehen. Das ermöglicht einen viel differenzierteren, aber auch intensiveren Zugang zum Motiv.

Wo können Fotografen, die bei dem Fotowettbewerb mitmachen wollen, geeignete Motive finden?

In ganz Oberhessen. Der Wettbewerb grenzt das räumlich ganz klar ein, lässt bei der Motivwahl aber alle Freiheiten. Es gibt so viele Bereiche, die sich perfekt eignen. Ein Feuerwehrmann vor seinem Löschwagen, der Bäcker in seiner Backstube, die Krankenschwester oder der Arzt im regionstypischen Krankenhaus, ein Bauer auf dem Feld – im Kern geht es doch darum, den Menschen in seiner für ihn typischen Umgebung in Szene zu setzten.

Sie fotografieren sehr oft bei Veranstaltungen. Wie setzten Sie die Menschen in Szene?

Indem ich den Menschen in den Mittelpunkt des Bildes stelle – nicht in den optischen, sondern den inhaltlichen Mittelpunkt. In diesem Moment spielt der Mensch sprichwörtlich die Hauptrolle.

Wie kann man am schnellsten sein fotografisches Können verbessern, und was sind die wichtigsten Dinge, die ein Fotograf beachten sollte?

Besser wird man, wenn man sich mit jedem Bild kritisch auseinandersetzt und reflektiert, ob das Foto dem entspricht, was man als Fotograf damit aussagen wollte. Die moderne Digitalfotografie bietet die Möglichkeit, kostenfrei viele Bilder zu machen. Das sollte der Fotograf nutzen, um sich dem gewünschten Ergebnis zu nähern. Er sollte verschiedene Perspektiven ausprobieren und auch nicht vergessen, sich mit den technischen Möglichkeiten seiner Kamera zu beschäftigen.

Gerade beim Fotografieren von Personen kommt immer wieder die Frage nach dem „Recht am eigenen Bild“ auf. Wie verhält man sich als Fotograf richtig?

Selbstverständlich ist der oberste Grundsatz: Niemanden fotografieren, der nicht fotografiert werden möchte. Ich mache immer gute Erfahrungen, wenn ich offen auf die  Menschen zugehe und sage, was ich mit den Bildern machen möchte und wo diese später zu sehen sein werden. Am einfachsten ist es sicher, wenn man Personen fotografiert, die man kennt. In Bezug auf den Fotowettbewerb ist zu sagen, dass es sich hier um ein sehr sympathisches Thema handelt, das keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt – also keine Nachteile für denjenigen entstehen, der fotografiert wird. Macht man das klar, sollten einer entsprechenden Nutzung keine Hindernisse im Wege stehen.

Wie mache ich ein gutes Portrait?

Bei der Portraitaufnahme kommt es darauf an, den Menschen in den Mittelpunkt des Bildes zu stellen. Die Lichtsituation spielt eine zentrale Rolle, denn harte Schatten im Gesicht, beispielweise unter der Nase, schmeicheln in der Regel der zu portraitierenden Person nicht. Ein kleiner Trick, der jedes Portrait an Emotionalität gewinnen lässt, ist eine lockere, angenehme Stimmung bei der Aufnahme. Die richtige Optik spielt bei dieser Art von Fotografie eine ebenso wichtige Rolle. Ich empfehle ein Objektiv mit einer Brennweite zwischen 70 und 100 mm (bezogen auf das Kleinbild-Format). Dadurch werden die Gesichter in ihren Proportionen besonders natürlich dargestellt.

Was ist beim Fotografieren von bewegten Situationen zu beachten?

Hier ist die Belichtungszeit der entscheidende Faktor. Je kürzer die Belichtungszeit, desto schnellere Bewegungen kann ich mit der Kamera „einfrieren“ und genau diesen spezifischen Moment festhalten und scharf abbilden. Manche Kameras bieten ein „Sportprogramm“ an. Darüber verändert sich die Belichtungszeit – sie wird kürzer – und man kann beispielsweise ein scharfes Foto eines vorbeifahrenden Radfahrers machen. Ansonsten sollte man sich ergänzend in Internet-Fotokurse, die meist kostenlos abrufbar sind, einlesen, um die Grundlagen zu verstehen.

Wie gehe ich mit besonders dunklen und hellen Lichtverhältnissen um?

Da biegt das Thema Dynamikbereich um die Ecke. Grob vereinfacht: Unter Dynamik versteht man die Fähigkeit, helle und dunkle Bereiche gleichzeitig mit allen Details zu erfassen. Das menschliche Auge hat übrigens einen wesentlich größeren Dynamikbereich als Digitalkameras. Aus diesem Grund lege ich zuerst fest, welches Motivdetail das Bildwichtigste ist. Wenn es die Kamera zulässt, sollte man den relevanten Teil ausmessen – also die Belichtung darauf abstimmen. Eine weitere Möglichkeit ist beispielsweise, zu dunkle Motivteile gezielt durch den Einsatz eines Aufhellblitzes auszuleuchten und so eine ausgewogene Gesamtbelichtung herzustellen.

Gibt es ein Motiv, bei dem Sie schon vorher wissen, dass es bei vielen Betrachtern „gut ankommt“?

Ja. Motive, die bei fast jedem Betrachter eine emotionale Reaktion auslösen, sind die von kleinen Kindern oder Tierbabys. Ganz klar: das Phänomen Beschützerinstinkt spielt hier die Hauptrolle. Es sind aber auch die Fotos, die eine eigene Geschichte erzählen – und damit sind wir wieder am Anfang dieser kleinen Betrachtung – es sind die Fotos, die ein positives Gefühl vermitteln.

Ist es sinnvoll, mehrere Fotos von einem Motiv zu  machen?

Generell ja. Besonders, wenn die Aufnahmen mit einer Digitalkamera gemacht werden. Man kann später selektieren und die besten Bilder in Ruhe auswählen – auch das schult das Auge in Bezug auf die Qualität der Motivgestaltung und des Bildinhaltes.

Es gibt nicht „die eine“ Kamera. Können Sie Fotoneulingen, die vor dem Kauf der ersten Ausrüstung stehen, trotzdem ein paar Tipps geben?

Man kann mit den meisten Kameras gute Ergebnisse erzielen. Es kommt ganz auf den Anspruch an, den ich als Fotograf an die Fotos habe. Für Schnappschüsse sind digitale Kompaktkameras ausreichend. Die nächste Stufe nennt sich Systemkamera. Wichtigstes Merkmal ist das auswechselbare Objektiv. Dadurch steigt natürlich das Einsatzspektrum der Kamera. Die Königsklasse ist die digitale Spiegelreflexkamera. Sie ist aufgrund des Systemzubehör-Umfanges nahezu beliebig erweiterbar und noch in Situationen nutzbar, in denen andere Kamerasysteme passen müssen. Was viele nicht wissen: Eine größere Pixelzahl hat nicht automatisch bessere Fotos zur Folge. Ganz das Gegenteil ist meist der Fall. Bei den vergleichsweise winzigen Bildsensoren in der Kompaktklasse ist durch eine große Pixelzahl die Bildqualität oft sogar schlechter als bei einem vergleichbaren Modell mit weniger Pixel. Man sollte sich weder von der Industrie, noch von einem übereifrigen Verkäufer eine Kompakt-Kamera mit möglichst hoher Pixelzahl aufschwatzen lassen. Als Faustregel gilt: Für ein detailreiches Foto im DIN A4 Format genügen bereits vier bis fünf Millionen Pixel.

Alle Informationen zum aktuellen Fotowettbewerb der Sparkasse Oberhessen finden Sie auf: www.sparkasse-oberhessen.de (Rubrik: Ihre Sparkasse/Sparkasse erleben)

Pressefoto

Spezialisiert auf Reise-, Bühnen- und Theaterfotografie: Profi-Fotograf Günter Hamich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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