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WIESBADEN (bdst) – Keine Subventionen für Profisport

Posted by Jürgen (jbäuml) on Jul 26 2011 at 16:00
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WIESBADEN (bdst) – Keine Subventionen für Profisport 

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Bund der Steuerzahler Hessen: Städte und Gemeinden setzen falsche Prioritäten / Kritik an Darmstadt, Offenbach und Hüttenberg

 

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen bemängelt, dass hessische Kommunen auch in Zeiten leerer Kassen noch immer Profi-Sportvereine direkt oder indirekt finanziell zu unterstützen. Aktuelle Anlässe für die Kritik sind die Beschlüsse in Darmstadt, Offenbach und Hüttenberg (Lahn-Dill-Kreis), wo Profivereine durch öffentliche Unterstützung die Lizenzauflagen der Sportverbände erfüllen konnten. "Leider glauben auch in finanzschwachen Kommunen noch immer viele Kommunalpolitiker, dass Profisport ein wichtiges Instrument des Standortmarketings ist. Die Folge ist ein teures Wettrüsten auf Kosten der Steuerzahler", so Ulrich Fried, Vorsitzender des BdSt Hessen. Die betroffenen Kommunen müssten sich fragen, ob sie die richtigen Prioritäten setzen.

Die Stadtverordnetenversammlung von Darmstadt hat im Juni beschlossen, dem SV Darmstadt 98 nach dem Aufstieg in die 3. Fußball-Bundesliga Schulden in Höhe von rund einer halben Million Euro zu erlassen. Darüber hinaus wird die Stadt für 220.000 Euro die Flutlichtanlage des Stadions erneuern und 30.000 Euro für die Sanierung der Kunstrasenplätze bereitstellen. Diese Maßnahmen waren offenbar notwendig, um die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die Lizenzerteilung zu erfüllen.

Auch Kickers Offenbach musste vor der Lizenzerteilung zur 3. Bundesliga Auflagen des DFB erfüllen. Nachdem der Verein im Vorjahr erheblich in die Mannschaft investiert hatte, ohne die sportlichen Ziele zu erreichen, mussten im Juni noch liquide Mittel im fünfstelligen Bereich nachgewiesen werden. Die städtische Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB), eine 100prozentige Tochter der Stadtwerke Offenbach Holding, sprang ein und kaufte dem Verein für drei Jahre die Cateringrechte für die Spiele ab. Der Gegenwert soll bei rund 100.000 Euro pro Jahr liegen. Dieselbe Gesellschaft baut derzeit für rund 25 Millionen Euro aus öffentlichen Kassen ein neues Stadion, das fast ausschließlich von Kickers Offenbach genutzt werden wird. Auch das Risiko des Stadionbetriebs wird seit dem Neubaubeschluss von der SBB getragen.

Selbst die lediglich 10.000 Einwohner zählende Gemeinde Hüttenberg lässt sich den Profisport etwas kosten. Nach dem Bundesligaaufstieg des Handballvereins TV Hüttenberg wurde in der Sommerpause kurzfristig die Gemeindevertretung zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Die gemeindeeigene Sporthalle genügt den Anforderungen an Bundesligahandball nicht. Gemeindevorstand und Gemeindevertretung wollten ein Ausweichen des Vereins in eine der direkten Nachbarstädte Wetzlar und Gießen vermeiden, obwohl dort in wenigen Kilometern Entfernung aus Steuergeldern finanzierte bundesligataugliche Hallen existieren. Deshalb wurden schließlich 105.000 Euro für den Umbau der Hüttenberger Halle bereitgestellt. Die andere Hälfte der 210.000 Euro Gesamtkosten trägt die Marketing-GmbH des Vereins.

"Auch wenn die Leistungen der Profisportvereine nicht geschmälert werden sollen und vollen Respekt verdienen, kann es nicht sein, dass die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, wenn es bei den Profisportlern finanziell klemmt", so Fried abschließend

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